Dániel Bíró

„Freiheit, Wert und Sittengesetz“.
Sartres frühe Ethik und die Ethik Schelers und Kants

Ich werde dem spezifischen Charakter der Ethik Sartres nachgehen, indem ich dieses Projekt, das Sartre ein Leben lang beschäftigt hat, auf der Negativfolie zweier alternativer Ethikentwürfe verorte: die reine Ethik Immanuel Kants und die materiale Wertethik Max Schelers. Diese Vergleiche dienen also nicht der Erforschung historischer Einflusszusammenhänge, sondern sollen in einer systematischen Hinsicht im Vordergrund stehen. Sie erlauben mir die Herausarbeitung zweier wesentlicher Prämissen der Sartreschen Ethik: (1) Der Mensch strebt nach dem Guten. (2) Dieses Streben gerät mit sich selbst in mannigfacher Weise in Widerspruch. Auf dieser Basis zeichne ich sodann eine Skizze der existentialistischen Ethik Sartres. Obwohl ich dieses Projekt als ganzes im Visier habe, werde ich mich in erster Linie auf Sartres so genannte ‚erste’ oder ‚frühe’ Ethik, d.h. also jene, die im unmittelbaren Zusammenhang mit Das Sein und das Nichts (1943) steht, konzentrieren.